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Foto: Privat

Der Streckensegelflug ist die hohe Kunst des Segelfliegens. Voraussetzung ist, dass der Pilot sein Flugzeug bestens beherrscht. Neben Start, Höhengewinn und Landung muss er navigieren und das Wetter richtig einschätzen können. Beim Streckensegelflug geht es entweder darum, eine möglichst große Strecke zurückzulegen oder eine gegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren – nur unter Ausnutzung der Energie, welche die Natur durch Aufwinde zur Verfügung stellt. Die möglichen Streckenlängen betragen dabei einige hundert bis zu 3000 Kilometer.

Der Streckensegelflug ist eine Herausforderung für Körper und Geist. Der Pilot muss koerperlich fit sein, um stundenlang mit äußerster Konzentration fliegen zu können. Die mentale Belastung ist außerordentlich, denn weder Euphorie beim Hochpunkt noch Frust beim Tiefpunkt eines Fluges sind hilfreich zur Erreichung des Ziels. Der Streckensegelflieger hat während eines Fluges sehr viele Entscheidungen zu treffen, zu denen er nur vage Informationen verfügbar hat: Welchen Aufwind fliegt er an? Welche Wolke sucht er sich aus? Welcher Flugweg ist für ihn der Beste? Am Ende des Tages zeigt sich, wie gut er alle Anforderungen berücksichtigen konnte und – nicht zuletzt – wie viel Glück er hatte.

Um größere Strecken fliegen zu können, werden je nach Leistungsstand des Piloten unterschiedliche Strategien genutzt. Der vorsichtige Pilot wird jeweils die Thermik bis zur größten Höhe auskurbeln, um sich dann bei moderater Vorfluggeschwindigkeit einen neuen Aufwind zu suchen. Rekorde lassen sich mit diesem Stil sicher nicht erreichen, dafür gerät der Pilot aber auch nicht so schnell in Gefahr, sich nach einem Außenlandeplatz umsehen zu müssen. Der risikofreudige Pilot dagegen sucht nur die stärksten Aufwindgebiete und versucht, mit möglichst hohem Tempo die nächste Thermik zu erreichen. Diese Strategie birgt das Risiko der frühen Außenlandung und wird auf lange Sicht sicher auch nicht vom Erfolg gekrönt sein. Der erfahrene Pilot nutzt eine Mischung aus den beiden vorgestellten Strategien. Dieser muss ständig das Wetter richtig einschätzen können und seinen Flugstil auf die sich ändernden Wetterverhältnisse anpassen. War bei guter Thermik ein schnelles Vorfliegen noch möglich, so muss beim Durchgleiten einer größeren Abschirmung sehr sorgfältig mit der zur Verfügung stehenden Höhe umgegangen werden. Das Thema ist so umfassend, dass zahlreiche Bücher damit gefüllt wurden.

Mit einem Segelflugzeug Strecke zu fliegen, ist ein außerordentliches Abenteuer. Fremde Landschaften ziehen vorbei, und Wetterveränderungen sind zu bewältigen. Die optischen Eindrücke, beispielsweise bei einem Streckensegelflug über den Alpen, sind unvergleichlich.

Quelle :  Wikipedia

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Foto: Miriam Klicks, danke dafür.

Die Streckenflüge des LSV Egge begannen bereits in den 60er Jahren des “letzten Jahrhunderts”.  Erste Versuche wurden von den Altforderen des Vereins, Bruno Blumenrath und Hermann Dinger unternommen. Bruno flog z. B. mit der guten alten Ka 8 bis Mannheim. Die danach folgende Generation erlernte den Streckenflug der neuen und besseren Art, nämlich den Dreiecksflug, Ein solcher Streckenflug führte vom Heimatflugplatz über zwei Wendepunkte und wieder zurück. Je nach Können und Wetterlage lagen die geschafften Strecken zwischen 100 und 450 km.
Auch wurde an Wettbewerben teilgenommen und z. T. gute Platzierungen erzielt. Werner Pählig gen. Felix und Karl Möller waren die Streckenflieger der 70er. Die Ziele wurden höher gesteckt und es dauerte nicht lange bis 1978 zwei Vereinsmitglieder zugleich an den Deutschen Juniorenmeisterschaften auf dem Klippeneck teilnahmen. Hubert Postert und Wilfried Dinger. Da beide Fluglehrer waren, lag darin ein gutes Potenzial Flugschüler, auch über die Lizenz hinaus, weiter zum Streckenflieger auszubilden.
Die Qualität der Streckenflüge wuchs und die Strecken wurden größer. Wilfried Dinger gelang  1983 als Erster ein 500 km-Dreicksflug ab Vinsebeck. Die Weiterentwicklung führte eine große Menge an jungen Piloten an das hohe Niveau heran. Die Strecken wurden länger.

1999 wurden drei Mitglieder des LSV Egge Deutsche Mannschaftsmeister der Clubklasse. An einem besonders guten Tag umrundeten Gunter Schmidt und Wilfried Dinger ein 600 km  und Matthias Wierhake ein 400km Dreieck. Das war wirklich super und das hat´s bis dahin nicht gegeben.
2003 wurde die Mannschaftsleistung des LSV Egge erneut zu einer Superlativ geführt. In dem Fliegerlager auf dem Flugplatz Kronach(Franken), gab es einen bis heute ungeschlagenen Vereinsrekord. Am 15. August starteten ab Kronach elf Segelflugzeuge und als abends um 20: 00 Uhr alle wieder gelandet waren, stand allen die Freude über diesen Tag im Gesicht.

Schmidt Gunter, Josef Meyer 1000,5 km > 100,05 km/h, ASH 25,
Dinger Wilfried  784.51 km > 94.64 km/h Std. Cirrus
Wünsche Ulrich  739.98 km > 89.78 km/h Mosquito
Husemann Denis 660.57 km > 95.41km/h LS 4
Wierhake Matthias 548.58 km > 66.79 km/h Ka 6 E
Häbel Claus 643.13km > 100,4 km/h DG 200
Capelle Hanno, Klaus Blome  491.54  km > 80.72 km/h ASK 21
Disse Daniel 526.03 km > 73.68 km/h Std. Cirrus
von der Beeck Rainer 490.01 km > 85.92  km/h Kestrel 17m
Kroner Martina 399.38 > 71.85 km/h Discus
Gerhartinger Hans 290.15 > 69.29 km/h LS 3

In den folgenden Jahren nahmen verschiedene Teams an Deutschen Meisterschaften und anderen zentralen Wettbewerben teil. Ein immer wiederkehrendes Wettbewerbsereignis findet jedes Frühjahr in der Lausitz beim Aeroteam Klix statt. Die Piloten des LSV sind dort immer zu finden. Meistens gut bis sehr gut platziert.

Diese Story geht bestimmt weiter….

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Foto: Alex Aust, www.Austflug.de

  LSV-Egge Streckenflüge im OLC
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